Gysi Anno 1990: Die deutsche Wiedervereinigung wäre schlimm für die Welt aber "besonders für Juden."
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Februar 1990: Gysi appelliert an die internationale jüdische Gemeinschaft die deutsche Wiedervereinigung durch massive finanzielle Hilfe für die DDR aufzuhalten. Artikel von James M. Dorsey, Washington Times, 21.2.1990 Gysi beschwört die dunkelste deutsche Vergangenheit, Holocaust und Nazismus um führende jüdische Verbände und Israel als Partner gegen die Wiedervereinigung zu gewinnen. Die Wiedervereinigung so Gysi wäre schlimm für die Welt "aber besonders für Juden". Gysis Plan geht nicht auf. |
"Gregor spielte geschickt die 'jüdische Karte'. Bei seinen Treffen mit deutschen jüdischen Vereinen betonte er seine Opposition gegen die Wiedervereinigung indem er Erinnerungen an die deutsche Vergangenheit zusammenfasste. Er ermunterte einige amerikanische Judenverbände mitzuhelfen die schnelle deutsche Wiedervereinigung zu stoppen." Seite 265, aus dem Buch von: Jonathan Kaufman: A hole in the heart of the world, the Jewish Experience in Eastern Europe after World War II, 1997 Penguin Books. |
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Wir erinnern uns noch gut daran: Anfang 1990 stehen alle Zeichen auf Einheit. Während die übergrosse Mehrheit sich EIN Deutschland herbeiwünscht und Politiker aller Parteien über Details und Finanzierungen diskutieren, trifft sich Gregor Gysi, Chef der SED/PDS mit Rabbi Zvi Weinmann in Ost Berlin. Der Rabbi ist höchst überrascht von dem Vorhaben des Parteivorsitzenden und dessen Genossen. |
Warnt das Ausland vor dem "neuen" Deutschland |
Während sich der Ostdeutsche Ministerpräsident Hans Modrow für die Vereinigung und sofortigen Gesprächen mit den Allierten ausspricht, arrangiert Gysi mit einigen Genossen ein Treffen mit einem orthodoxen Rabbi, der sich persönlich für die Wiederherstellung jüdischen Lebens in Ostdeutschland einsetzt. Gregor erklärt dem überraschten Zvi Weimann, dass "ein vereinigtes Deutschland schlecht für die ganze Welt und besonders für die Juden" wäre. Er führt aus, dass wegen des Nazismus die Juden die Spitze der Aktivitäten gegen die Wiedervereinigung bilden sollten. Mit einem Kredit von 15 Milliarden US Dollar könnte die DDR ihre Unabhängigkeit behalten. Diese Aufforderungen kommen zu einer Zeit als der israelische Aussenminister Moshe Arens als erster Politiker des Landes erklärt, man habe von einem vereinigten demokratischen Deutschland wenig zu befürchten. Bericht von James M. Dorsey, Washington Times, 21.2.1990
Für den Vorsitzenden der SED Gregor Gysi ist die Wiedervereinigung offensichtlich ein Alptraum der die Pläne für "seine" SED und "seine" DDR durchkreuzt.
Deutschland ist mittlerweile ein noch stärkerer Verbündeter Israels geworden, dem Vorschlag Gysi's ist keiner ernsthaft gefolgt. Die Episode ist lediglich eine Fussnote in der Geschichte der Wiedervereinigung. Allerdings bleibt es eine augenöffnende Episode im Hinblick auf den Charakter des Mannes der die PDS führt.
Seit 1990 versucht er sein Image mit grossem Erfolg neu aufzubauen. Der Medienliebling sieht er seine Chance in Berlin. Als Alternative zur Ampelkoalition in der Hauptstadt wird er die Brücke zur Regierungsbeteiligung im Jahre 2002 bauen.