

Aufmarsch der bewaffneten Betriebskampfgruppen
auf dem Meissener Rathausplatz. Das sind Arbeiter,
die bei Kampfhandlungen - gleich welcher Ursache -
"ihre" Betriebe und Fabriken mit der Waffe beschuet-
zen sollen. Angeführt und ausgebildet von Offizieren
der sog. "Volksarmee".
Das helle Haus links auf dem oberen Bild ist das Rat-
haus von Meissen (Elbe). Das untere Bild habe ich
von der Buehne (siehe oberes Foto) aus fotografiert.
Geknipst um 1957 von Karl-Heinz Heubaum.
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Eine Berliner Staatsanwaltschaft
hat drei Jahre Gefaengnis fuer
vier DDR-Spitzenfunktionaere
des Sicherheitsdienstes beantragt,
die der Toetung von Fluechtlin-
gen beschuldigt werden. Juli 98.
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Jetzt zu den Seiten 25 und 26 der Stasi-Akte:
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Kreisdienststelle Meissen
Meissen, den 25.6.1957
Betr.: Zwischenbericht zum operativen Material H e u b a u m
Der H. ist Rückkehrer und kam am 12.12.1955 in die DDR. Nach
1945 verliess er, angeblich aus Abenteuerlust, die DDR. In West-
deutschland war er anfangs als Zimmermann und später als Zeitungs-
verleger tätig. Er gab die Monatszeitschrift "Der Widerhall" heraus.
Seine Rückkehr in die DDR begründete er damit, dass er ein poli-
tischer Verfolgter sei. Angeblich habe er in seiner Zeitschrift die
Aussenpolitik Adenauers angegriffen und sollte deshalb zu 6 Monaten
Gefängnis verurteilt werden. Nach seiner Rückkehr in die DDR war
er bis September 1956 in den Bauwerken Meissen als Zimmermann
tätig. Er kündigte sein Lohnverhältnis angeblich aufgrund schlechter
Lohnverhältnisse. Seit dieser Zeit ist er im VEB (Volkseigener
Betrieb - khh) EWS (Elektrowärme Sörnewitz - ehemals Siemens-
khh.), Coswig tätig.
Durch die VP (Volkspolizei - khh.) wurde uns bekannt, dass H. laufend
Pakete und Zeitschriften aus WD (Westdeutschland-khh) erhält. Eine
Überprüfung ergab, dass er umfangreiche Verbindungen in WD hat,
was auf seine frühere Tätigkeit zurückzuführen ist. Weiterhin wurde
bekannt, dass er des öfteren in den Nachtstunden mit einer Schreibma-
schine schreibt. Um was es sich dabei handelt, ist bisher noch nicht
bekannt.
Nach einer Mitteilung des VEB EWS wurde bekannt, dass er oft an
Sonnabenden seine Arbeitsstelle nicht aufsucht und vermutlich nach
WD fährt (gemeint ist wohl Westberlin-khh).
In einem angehaltenen Brief des H., welcher an einen gewissen Karl-
Heinz Schneider, (Adresse von der Gauckbehörde geschwärzt-khh),
gerichtet ist, bringt H. zum Ausdruck, dass er Kontakt mit einem
ehem. General, welcher jetzt Vorsitzender der hiesigen LDP (Libe-
rialdemokratische Partei-khh) vom Bezirk sei, habe. Er sei bestrebt,
mit diesem ehem. Russlandgeneral gute Verbindung herzustellen.
In einem anderen Brief, welcher an Gerhard B(von Gauckbehörde
geschwärzt-khh) Berlin-Schöneberg gerichtet ist, bringt er zum
Ausdruck:
"Ihren lieben Brief vom 28.4. habe ich herzlich dankend erhalten.
Leider kann ich Sie nicht mehr vor dem 15. Mai besuchen. Ich
muss halt etwas später nach Berlin fahren, obwohl ich dann nur
1 Tag dort bleiben kann, weil Sie weg sind. Damit ich nun den
Schneidergruss nicht verpasse, möchte ich Sie sehr herzlich bitten,
mir einen Brief innerhalb Westberlins zu senden. Vielleicht schik-
ken Sie am besten den postlagernden Brief ans Postamt Berlin
Wilmersdorf, denn dieses Postamt kenne ich schon."
Aufgrund dieser angehaltenen Briefsendungen besteht der Verdacht,
dass er eine positive (ei,ei, positiv nennt man das bei der Stasi-khh)
Verbindung nach WB (Westberlin-khh) unterhält. Welchen Charakter
dieselbe trägt, ist noch nicht bekannt.
Am 7. und 15.3.57 wurde er von einer männlichen Person aufgesucht.
Selbiger kam zu H. mit einem schwarzen EMW (Kürzel für "Eisenacher
Motorenwerke" ehemals BMW - Autonummer wurde von Gauckbe-
hörde geschwaerzt-khh). Er hielt sich bei ihm in der Zeit von 17,oo -
20,oo Uhr auf. Eine Überprüfung der Fahrzeugnummer ergab, dass
genanntes Fahrzeug aus dem Verkehr gezogen wurde und der Besitzer
desselben nicht mehr festzustellen ist (So ein Pech für die Stasi und
für den Überwachungsstaat eine nicht erklaerbare Fehlleistung-khh).
Im April 1956 wurde H. im Auftrag der Abteilung VIII für die be-
freundete Dienststelle (vermutlich ist hier mit "befreundete Dienst-
stelle" das Gegenstück bei den Sowjets, bzw. bei der roten Armee ge-
meint-khh) ermittelt. Nach Absprache mit dem Leiter der Dienststelle
wurde die operative Bearbeitung vorläufig eingestellt und die Leitung
der Bezirksverwaltung am 11.4.57 gebeten, festzustellen, ob der H.
von genannter Dienststelle operativ bearbeitet wird. Ein Bescheid
ist bisher noch nicht eingetroffen.
An H. wurden bisher 2 KP (Kontaktpersonen -khh) angesetzt.
Unterschrift
(Ku..., Name bekannt)
Leutnant
***
Ein Kommentar eruebrigt sich, da ich schon im Text einige Bemer-
kungen gemacht habe.
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Wegen Stasi-Kontakten wurde
vom saechsischen Landtag gegen
den ehemaligen CDU-Fraktions-
chef Goliasch ein Mandats-Aber-
kennungsverfahren eroeffnet.
So Zeitungen im Oktober 1998.
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Hier die Seite 28 Stasiakte:
Waehrend sich Seite 27 wieder mit der Tatsache beschaeftigt, dass
ich "lange Jahre in Westdeutschland" war und empfohlen wird, "zu
prüfen, von was der Heubaum seinen Lebensunterhalt bestreitet",
fragt der Schreiber der Seite 28, warum ist H. mit dem Fotoapparat
unterwegs:
***
29.8.1957
A b s c h r i f t
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Am 27. 8. 1957, 13.10 Uhr traf ich den Karl-Heinz H e u b a u m ,
wohnh. Meissen Louise-Otto-Strasse 1 mit dem Fahrrad auf der Ufer-
strasse (am Elbufer - khh.), Richtung Siebeneichen. Seine Bekleidung war
so, dass man vermutete, dass er nicht zur Arbeit fuhr, sondern irgendwelche
Spazierfahrt unternahm. Beachtet habe ich an ihm, wie schon bei vielen
Begegnungen vorher, dass er jederzeit mit einem ziemlich guten Fotoapparat
ausgerüstet seine Spazierfahrten unternimmt.
Es muss ja ein Grund vorliegen, warum er auch bei Einkäufen in der Stadt
seinen Fotoapparat umhaengen hat. Ich glaube nicht, dass er die Schaufen-
ster oder die Waren fotografieren will, sondern andere Momente festhalten
und zu irgendeinem Zweck verwenden will.
F.d.R.d.A.
Unterschrift Tü....., gez.Fr....... (Namen bekannt)
***
Die folgende Aktenseite 29 gebe ich zuerst als Faksimile wieder. Es ist ein
Funkspruch des Ministeriums fuer Staatssicherheit (MSF) vom 3.12.1957.
Hierzu muss erwähnt werden, dass die Seiten mitunter nicht chronologisch
geordnet sind. Die folgende Seite 30 gehoert eigentlich datumsmaessig hierher.
Aber ich bleibe bei der Seiteneinteilung der Gauckbehörde. Hier der
Funkspruch:
Hier der Klartext:
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++ vfs ddn - 16 - 3.12.1957 - 17.55 / gu ++
an die kreisdienststelle meiszen (funknummer 31 von berlin)
d r i n g e n d
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betr.: personeneueberpruefung
bezug: ihr fs nr. 6 vom 2.12.1957
die in ihren fs genannte person liegt nicht ein.
bez. verw. d r e s d e n ( weiter leitung von mfs berlin
mfs berlin abt. roem. 12 )
tgb. nr. 4795/57
++ 3.12.1957 - 18.00 -16 - kfs dme /
3.12.57 - 18.00 - 16 - kfs dme/ bei. ++
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Diese Funksprueche bedeuten lediglich, dass die Stasi Dresden/Meissen
bei der Stasi Berlin (DDR) angefragt hat, ob in Berlin (DDR) ueber mich
etwas bekannt ist, was nicht der Fall war.
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Laut "Spiegel" hat der Berliner Ver-
fassungsschutz drei ehemalige Stasi-
Mitarbeiter beschaeftigt, als sog.
V-Leute. Nun werden alle V-Leute
in Berlin ueberprueft. September 98.
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Hier die 30. Seite der Stasiakte:
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VPKA Meissen
(Volkspolizeikreisamt - khh.)
Abschnitt 9
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Meissen, den 28.11.1957
An
Abteilung K
E r m i t t l u n g
über H e u b a u m , Karl-Heinz
geb. am .............. in Dresden
Wohnhaft Meissen, Louise-Otto-Strasse 1
H. ist verheiratet und hat drei Kinder. Zur Zeit arbeitet er im Kraftwerk
Niederwartha. Seine dortige Tätigkeit ist nicht bekannt. H. wechselt seine
Arbeitsstellen, jedoch in der letzten ist er schon einige Zeit beschäftigt.
Es kommt vor, dass H. etliche Tage nicht zur Arbeit geht. Von Seiten der
Kinder wird erzählt, dass er während dieser Zeit in Westberlin war. Nach
Aussagen der Hausbewohner hat H. eine sehr modern eingerichtete Woh-
nung mit Musiktruhe, Staubsauger usw. Unter anderem besitzt er eine
elektrische Waschmaschine und einen wertvollen Fotoapparat mit aus-
wechselbaren Objektiven. die ganze Familie geht stets elegant gekleidet.
Seine Frau (die nächsten zwei Zeilen sind von der Gauckbehoerde ge-
schwaerzt - khh.). Seit kurzer Zeit beschaeftigt H. sogar eine Aufwartung.
Bis spät in die Nacht wird in seiner Wohnung Schreibmaschine geschrieben.
Ferner wurde beobachtet, dass die Familie H. sehr viel Päckchen aus
Westdeutschland bekommt. Bis vor kurzem kamen sehr oft Personen mit
PKW vorgefahren.
Diese Angaben wurden von den Familien Pe....., Ma... und Pf......,
(Namen bekannt) alle im gleichen Grundstück wohnhaft, gemacht.
Es ist angebracht, die Familie H. genauestens zu überprüfen, da der Ver-
dacht nahe liegt, dass H. Agententätigkeit in der DDR durchführt.
Unterschrift
(Krumbein)
VP-Hauptwachtmeister
(VP = Volkspolizei - khh.)
***
Kommentar: Wie sehr Mitbewohner in der DDR zu Spitzeldiensten miss-
braucht wurden, kann man aus diesem Bericht ersehen. Gleich drei Fami-
lien gaben sich dazu her. Aber natuerlich sind ueberall in der Welt die
Mitmenschen bereit, bereitwillig Auskuenfte ueber den Naechsten zu
erteilen. Auch hier in Westdeutschland. Gern tun sich die Leute mit
Wissen ueber die Umgebung hervor. Da braucht bloss einer von der
Bild-Zeitung oder vom Stern, bzw. gar vom Spiegel zu kommen und
schon schnattern die Klatschmaeuler los. Irgendwie menschlich. Dass
dadurch in der Folgezeit der Betroffene irreparablen Schaden nehmen
kann, wird entweder bewusst in Kauf genommen (wobei sicherlich
Neid oft eine gewisse Rolle spielt - siehe "Paeckchen aus Westdeutsch-
land") oder aber man fuehlt sich sehr wichtig, bzw. es liegt eine
grenzenlose Naivitaet vor.
Dass dabei auch Unwahrheiten weiter gegeben werden, gehoert einfach
dazu. Im obigen Falle z.B. die Behauptung, dass wir eine "Aufwartung"
beschaeftigt haetten. Eine glatte Luege. Nichts gegen eine Haushalthilfe.
Aber in der DDR fremde Personen in der Wohnung? Ein Ding der Un-
moeglichkeit, wenn man bedenkt, dass mich die "Volkspolizei" der
Agententaetigkeit verdaechtigte. Man haette sich wirklich sagen muessen,
dass ein Agent niemals fremde Leute in der Wohnung "wirtschaften"
lassen wuerde.
Besonders verdaechtig ist in einem Polizeistaat, wenn jemand einen
Fotoapparat zu handhaben weiss, besonders schlimm einer mit "auswech-
selbaren Objektiven". Jedes "Krumbeinchen" bei der Polizei wittert dann
Agententaetigkeit. Eine Schreibmaschine ist das i-Tuepfelchen, besonders
wenn auf ihr nachts herumgehaemmert wird.
Bild: 5truhe.jpg
Hier die Musiktruhe aus "der modern eingerichteten
Wohnung" in Meissen um 1956/57. Ein DDR-Fa-
brikat mit Kurzwelle und Plattenspieler, das damals
zufrieden stellte. Man war noch bescheiden.
Foto: Karl-Heinz Heubaum.
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Leitete Stasi-IM das Referat für SED-
Unrecht? Bis Ende vorigen Jahres hat
im Thüringer Sozialministerium ein
Stasi-Mitarbeiter das Referat fuer SED-
Unrecht geleitet. Der Mann soll von
1973 bis zur Wende als IM Falk Brauer
taetig gewesen sein. Oktober 1998.
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Die Seite 31 Stasiakte:
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Die Seite 31 meiner Stasiakte gibt ein
Schreiben wieder, in dem das Mini-
sterium fuer Staatssicherheit in Berlin
(Ost) ersucht wird, einen Westberliner
Buerger auszukundschaften. Man hat
ja immer wieder von der Agenten-
tätigkeit der Stasi in Westberlin und in
Westdeutschland in den Zeitungen ge-
lesen. Aber das war immer "weit" weg.
Doch wenn man in der eigenen Stasi-
akte liest, dass ein Freund im Westen
das Ziel der Stasi ist, dann ist ploetz-
lich Naehe. Diese Naehe laesst noch
nachtraeglich Schauer ueber den
Ruecken rieseln.
Hier nun das nuechtern-trockende
Schreiben das Gruseln macht:
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MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
Bezirksverwaltung Dresden
Kreisdienststelle Meissen
Meissen, den 3.12.1957
Ku./Tü.
Tagebuch-Nr. : A / 1665/57
An das
MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
Bezirksverwaltung Dresden
- Abteilung VIII -
mit der Bitte um Weiterleitung
an M f s B e r l i n
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- Abteilung VIII -
Betr.: B o . . . . . , Gerhard, wohnhaft in Berlin -Westberlin -
(Anschrift geschwaerzt von Gauckbehoerde - khh.)
Bezug: O h n e
Wir bitten Sie, über den im Betreff Genannten Ermittlungen nach folgenden
Punkten zu führen.
1.) (von der Gauckbehoerde geschwaerzt)
2.) Welche Verbindungen unterhält er, insbesondere zu westlichen Geheim-
diensten.
3.) (von Gauckbehoerde geschwaerzt)
4.) Empfängt er Besuche aus der DDR, insbesondere aus Meissen.
5.) Was ist sonst noch über ihn bekannt.
Begründung:
--------------------
Der im Betreff Genannte wurde durch die operative Bearbeitung des in Meissen
wohnhaften H e u b a u m , Karl-Heinz bekannt.
Selbiger kehrte 1955 aus Westdeutchland in die DDR zurück. Er war dort als
Zeitungsverleger tätig.
Es besteht der dringende Verdacht, dass er mit bestimmten militärischen Dienst-
stellen in Verbindung steht.
Sowie (Soweit ? - khh.) bisher ermittelt wurde, benutzt er den im Betreff
Genannten als Deckadresse und Anlaufstelle.
Um baldige Erledigung wird gebeten.
(Unterschrift)
Stellv. Dienststellenleiter
(Mitmeier)
Leutnant
***
Nachwort: Mit Herrn Bo..... hatte ich
freundschaftlichen Briefkontakt. Wenn
ich in Westberlin war, besuchte ich ihn.
Aber nicht im Rahmen irgendeiner
Agententaetigkeit. Dass er dadurch in
die Schusslinie der Stasi geriet, ist fuer
mich noch im Nachhinein entsetzlich.
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Bueschel, Siegfried, 68, ein frueherer Hauptmann
der Stasi steht in Berlin vor Gericht. Er wird be-
schuldigt an der Verschleppung des Kurt Gerd
Sommerlatte von Westberlin nach Ostberlin (DDR)
beteiligt gewesen zu sein. Der Angeklagte raeumte
ein, diese "gebilligt" zu haben. Das Opfer sass
dann in der DDR wegen Republikflucht vier Jahre
im Zuchthaus.
Ein weiterer Stasi-Offizier steht als Angeklagter vor
dem Berliner Landgericht. Er soll ebenfalls an einer
Verschleppung beteiligt gewesen sein, die 1956 statt-
fand. Ein US-Offizier wurde gegen seinen Willen
gewaltsam von West- nach Ostberlin verschleppt.
So Zeitungen im August 1998.
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3. Fortsetzung folgt - Alle Rechte bei Karl-Heinz Heubaum.
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SEINE DEUTSCHEN AGENTINNEN LIESS DER AMERIKANISCHE
GEHEIMDIENST CIA IN DER SOWJETZONE (DDR) IM STICH!!!
Es macht sich einfach nicht bezahlt fuer einen auslaendischen Geheim-
dienst die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Wenn es darauf ankommt,
laesst er dich im Stich. So geschah es den DDR-Buergerinnen, die 1966
aufflogen. Der US-Geheimdienst war bis in die SED-Zentrale vorge-
drungen und konnte dort einen Agentenring etablieren. Die Hauptagen-
tinnen waren Gertrud Liebing und Erika Lokenwitz. Es sollen die er-
folgreichsten Agenten des CIA im SED-Staat DDR gewesen sein.
Frau Liebing war in der Telefonzentrale des SED-Zentralkomitees be-
schaeftigt. So konnte Sie geheime Informationen aus dem DDR-Macht-
apparat auskundschaften und an den CIA liefern. Auch Tonaufzeich-
nungen der ZK-Sitzungen. Die 1911 geborene Frau war frueh auf
Distanz zum SED-Staat gegangen. Vielleicht weil sie hinter die Kulissen
schauen konnte? Sie begann dem in Westberlin residierenden US-
Geheimdienst Informationen zu beschaffen. Dabei half ihr Frau Loken-
vitz, sowie etliche weitere Mitarbeiter aus der ZK-Zentrale.
Der Agentenring flog auf, als es der Stasi gelang, die Zahlencodes im
Schriftverkehr zwischen den beiden Teilen Berlins zu knacken. Ver-
urteilt wurde ein Fahrer, ein Filmvorfuehrer, ein Tontechniker, sowie
ein Oberleutnant der Stasi und einer weiteren Buerodame zu fuenf
Jahren bis lebenslaenglich.
Frau Liebing starb schon 1966 im Gefaengnis. Dagegen sass Frau
Lokenvitz die Haelfte der zehnjaehrigen verschaerften Haftstrafe ab.
Sie starb 1982. Die Amerikaner haben die Deutschen im Stich gelassen,
indem sie keinen Agentenaustausch versuchten. Wie der fuer Agenten-
austausch zustaendige DDR-Anwalt Vogel sagte, hatten sich die USA
nur um die eigenen Staatsbuerger gekuemmert. Man habe die deut-
schen Agentinnen und Agenten einfach fallen gelassen, nachdem sie
erwischt und verurteilt worden sind.
Die Wiedervereinigung und der Zugang zu den alten Akten hat diesen
Verrat der Amerikaner publik gemacht. Dies haben Mitarbeiter der
Freien Universataet Berlin recherchiert. Karl-Heinz Heubaum.
***
Fortsetzung
HIER
Zurück zu den Politik/PDS/Gysi Links der Inoffiziellen Dr. Gysi Web Seite
Der erste Teil der Stasi-Akte ist in Widerhall Nr. 3 unter URL:
http://home.t-online.de/home/333200000069-2/wh3.htm
Der zweite Teil in Widerhall Nr. 4 unter URL:
http://home.t-online.de/home/333200000069-3/wh4.htm
Siehe auch LINK-Liste im Inhaltsverzeichnis der Startseite.
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Nachtrag: Mit der Kurzwelle der Musiktruhe - siehe Foto oben -
konnten wir "im Tal der Ahnungslosen", wie der Dredner Bezirk
bezeichnet wurde, weil aus Westdeutschland keine Radio-
Nachrichten empfangen werden konnten, den Londoner
Rundfunk in deutsch hoeren. Als der antikommunistische
Aufstand in Ungarn ausbrach, lauschten wir gebannt an dieser
Musiktruhe bis hin zum Entsetzen ueber die Niederschlagung
des Aufstands durch die Sowjetarmee. -
Für Fotografie-Freunde:
Das Truhen-Bild wurde am 8. Sept. 1956 von mir mit
einer alten 6x9-Kamera in schwarz/weiss aufgenommen.
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Für die Sofortnachricht:
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