Militärisch haben diese mit Blechplatten verkleideten PKWs
Marke
Eigenbau überhaupt keinen Wert. Sie sollen auch keinen
äusseren
Feind abwehren, sondern schlicht die Bevölkerung
einschüchtern.
Gedacht für bürgerkriegsähnliche Zustände mit einem
Maschinen-
Gewehr bewaffnet wird hier damit in Meissen
Kampfbereitschaft
demonstriert. Fotos Karl-Heinz
Heubaum.
****
Seite 34 ist wiederum nur ein Aktenvermerk, den ich
allein deswegen wiedergebe, weil da-
raus zu ersehen ist, dass man sich in
der DDR schon verdächtig machte, wenn man mit
einem Fotoapparat rumlief und
dann noch in "westlicher" Kleidung. Letzteres war ohnehin
Quatsch. Ich habe
mir in den DDR-Läden lediglich Kleidung nach Geschmack rausge-
sucht und der
war durch das vorangegangene Leben in Westdeutschland natürlich
westlich
geprägt. In der KPD und SED war ich natürlich nie, was die
Stasi-Schnüffler sicher
schnell feststellten konnten. Brauchten ja nur bei
ihren Genossen von der Partei nach-
zufragen.
****
Meissen, den
9. 1. 1958
A k t e n v e r m e r
k
------------------------------
Am 9.1.58 teilte der Genosse Ke.
(voller Name bekannt) vom VPKA (Volkspolizeikreisamt)
Meissen, Abt. E mit,
dass ein gewisser H e u b a u m , Karl-Heinz, Meissen, Louise-Otto-
Str.1
ständig mit einem Photoapparat weggeht. Bei Demonstrationen u.ä. fotografiert
der H.
meist Kampfgruppen usw. H. ist Rückkehrer. Nach seiner Rückkehr
arbeitete er in der EWS
(Elektrowärme Sörnewitz), wurde dort entlassen, da er
Westwaren, die ihm aufgrund seiner
Verbindungen geschickt wurden, verkaufte.
Wo er jetzt arbeitet ist nicht bekannt. H. soll der
KPD angehört haben und
jetzt Mitglied der SED sein. (Ein SEDler, der Westwaren verkauft,
irgendwie
kurios - khh.) Er hat umfangreiche Westverbindungen, ist meist westlich
gekleidet.
Diese Angaben machte gegenüber dem Genossen Ke. (voller Name
bekannt - khh.) die Genos-
sin Inge Ku. (voller Name bekannt - khh.), die
über Heubaum noch weitere Angaben machen
kann.
Unterschrift Bei....(Name
von mir gekuerzt - khh.)
Ultn. (Unterleutnant)
****
Seite 35
ist ein Schreiben an die Stasi in Dresden. Ich soll bei meiner Arbeitsstelle,
einem
Pumpspeicher-Kraftwerk, "unter operative Kontrolle" genommen
werden:
MINISTERIUM FÜR STAATSSICHERHEIT
Bezirksverwaltung
Dresden
Kreisdienststelle Meissen
An das
MINISTERIUM FÜR
STAATSSICHERHEIT
Bezirksverwaltung Dresden
Kreisdienststelle
Dresden/Land
Meissen, den 13.1.1958
Ku./Fö. - - Tgb.-Nr.: A/ 56 /
58
Betr.: H e u b a u m , Karl-Heinz, wohnhaft Meissen, Louise-Otto-Str.
1
Der im Betreff Genannte arbeitet seit ca. einem Jahr im Kraftwerk
Niederwartha,
vermutlich als Zimmermann.
Selbiger ist Rückkehrer und
unterhält zahlreiche Westverbindungen mit negativem
Charakter.
Wir
bitten Sie, über selbigen folgendes festzustellen:
1.) Seit wann und als
was ist H. im genannten VEB beschäftigt?
2.) Mit welchen Personen
unterhält er Verbindungen, welcher Art sind diese?
3.) Welche
Diskussionen führt H. und in welchen Kreisen?
4.) Hat er besonderes
Interesse für Objekte, Maschinen oder Geräte?
Sollte in der Brigade (eine
Gruppe von etwa 10 bis 15 Arbeitern unter dem
Kommando eines Vorarbeiters,
bzw. Brigadeleiters), in der H. Beschäftigt ist, ein
Informator vorhanden
sein, bitten wir Sie, durch selbigen den H. unter operative
Kontrolle zu
nehmen.
Vorliegendes Material bitten wir uns zu übersenden, da H. von uns
operativ
bearbeitet wird.
Um schnellste Antwort wird
gebeten.
Stellv. Dienststellenleiter
Unterschrift i.A.
Ku
(Mit.....Name von mir gekuerzt
-khh.))
Leutnant
****
Kommentar: Für den Fall, dass man hätte
feststellen können, dass ich mich für
Maschinen und Objekte des Kraftwerks
interessiere, hätte man den Vorwurf der
Spionage erheben können. Insbesondere
dann, wenn man mich beim Fotografieren
erwischen würde. Und ich habe
fotografiert. Allerdings nicht für den überall vermu-
teten Feind. Ausserdem
kann das Kraftwerk kein besonderes Geheimobjekt gewesen
sein, denn viele
Maschinen und die gewaltigen Wasserrohre für das Pumpspeicher-
werk kamen aus
dem Westen, vornehmlich aus
Österreich.
===============================================
"Nach
Sachsen will sich auch die Thüringer Landesregierung
im Bundesrat für eine
bessere Entschädigung von SED-Opfern
durch eine Verfolgtenrente einsetzen."
Meller
Kreisbl.26.2.99.
===============================================
Seite
36 beinhaltet einen Aktenvermerk über ein Stasi-Treff mit der
Kontaktperson
Pe....., einer damaligen Mitbewohnerin in der
Louise-Otto-Str.1. Die hat sogar
für die Stasi überprüft, was ich vom
Dachboden aus fotografieren konnte. Mit dem
"Objekt der Freunde Imperial" ist
vermutlich eine Kaserne der Roten Armee der
sowjetischen Besatzungsmacht
gemeint. Das waren natürlich für die DDR-Staatsorgane
"die Freunde". Hier der
Text der Seite:
Kreisdienststelle
Meissen
----------------------------------
Meissen, den 15.1.1958 - -
Ku./Tü.
A k t e n v e r m e r
k
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Am 14. 1. 1958 wurde ein Treff mit
der KP Pe..... durchgeführt. Selbige teilte mit,
dass sie am Sonntag gegen
8.30 Uhr den Heubaum auf den Elbwiesen in der Nähe des Hafens
angetroffen
hat, selbiger kam mit einer Aktentasche aus Richtung Proschwitz bzw.
Knorre.
Am gleichen Vormittag begab er sich auf den Boden und
fotografierte. Wie sie selbst über-
prüfte, hat er von dort aus die
Möglichkeit das Objekt der Freunde "Imperial" gut zu foto-
grafieren. Über
die Weihnachtsfeiertage hat die Familie H. in grösseren Umfang Pakete
aus
Westdeutschland erhalten. Vermutlich handelt es sich hierbei um
Lebensmittelsendungen.
Weitere wesentliche Angaben konnte sie nicht
machen. Sie erhielt den Auftrag weiterhin Wert
auf Besuche sowie die
Tätigkeit des H. zu legen.
Unterschrift
Ku...
(Leutnant)
****
Seite 37 der Stasi-Akte zeigt wie das
Fotogeschäft ausspioniert wird, in dem ich meine
Kameras gekauft hatte und
zumeist meine Filme entwickeln liess. Leider war dort kein
"Genosse"
beschäftigt, den man gegen mich einsetzen konnte. Aber sowas, im Konsum
kein
Genosse! Doch es klappte dann mit Ursula Sp. Schliesslich war ihre Einstellung
zur
DDR positiv, wie die Stasi feststellen konnte.
Kreisdienststelle M
e i s s e n
-----------------------------------------
B e r i c h
t
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-
Betr.: Foto-Fachgeschäft Konsum
Meissen
Durch den Gen. Ultn. Tsch.........(Name bekannt) wurde bekannt,
dass in diesem Geschäft
H e u b a u m ständig seine Einkäufe tätigt und bei
dem Verkaufspersonal gut bekannt ist.
Eine Überprüfung hat ergeben, dass dort
kein Genosse beschäftigt ist.
Der Verkaufsstellenleiter H... Horst (Name
bekannt-es folgen mehrere Zeilen, die von der
Gauck-Behörde geschwärzt worden
sind - khh.) Mit H e u b a u m steht er in einem
guten Verhältnis, was auf
die Fototätigkeit zurückzuführen ist. Seine Stellvertreterin ist die
Sp.,
Ursula (Name bekannt & von mir gekürzt - khh.) Sie ist allen Personen
gegenüber
freundlich. Ihre Einstellung ist positiv. ... ... Auch kennt sie
gut den H e u b a u m ,
was auf dessen Besuche im Geschäft zurückzuführen
ist. Weiterhin sind noch eine
jugendliche Verkäuferin sowie zwei
Laborantinnen vorhanden.
Zur Werbung eignet sich jedoch die Sp. am
besten. Einmal besitzt sie eine positive Einstellung
und zum anderen sind
ihre Verbindungen zu H e u b a u m nicht so stark wie vermutlich
beim
Verkaufsstellenleiter H.
Durch die Werbung soll erreicht werden, welche
Einkäufe tätigt der H e u b a u m, lässt er
bestimmte Filme entwickeln,
welchen Charakter tragen die Verbindungen und besteht die
Möglichkeit, über
die Sp. persönlichen Kontakt zu H e u b a u m herzustellen. Die
erste
Aussprache mit der Sp. findet am 18.1.1958 statt.
Unterschrift
Ku......
Ltn.
=========================================
"Dieses
Urteil wird nicht nur Opfern die Zornesröte ins
Gesicht treiben.
Haftentschädigung für Erich Mielke,
den gnadenlosen Chef des gigantischen
Unterdrückungs-
apparates der DDR - das ist eine schockierende
Ent-
scheidung. Die Summe, obwohl sie wegen der Erstat-
tung der
Verfahrenskosten mehrere zehntausend Mark
beträgt, spielt dabei keine Rolle,
es geht ums Grund-
sätzliche. Wer hat schliesslich die Leidtragenden
seiner
Spitzel- und Schnüfflertruppe auch nur halbwegs aus-
reichend
entschädigt?" Meller Kreisblatt
6.1.1999.
==========================================
Es folgt die Seite 42 der Akte. Seite 38 und 41
sind ohne Bedeutung und die Seiten 39 und 40
fehlen bei der Stasi-Akte. Oder
die Angestellten der Gauckbehoerde haben sich mit der fort-
laufenden
Nummerierung vertan.
Seite 42 zeigt uns, wie leicht es für die Stasi war,
Kundschafter für ihre Zwecke zu werben. In
diesem Falle war es die stellv.
Geschäftstellenleiterin des Foto-Konsums in Meissen. Und ich
hatte davon
keine Ahnung, nicht den geringsten Verdacht, zumal ich ohnehin keinen
Anlass
hatte Stasi-Verfolgung zu vermuten. Wirklich nicht? Wenn ich heute an
damals zurück denke,
wäre ich unverzeihlich naiv gewesen, wenn ich selbst im
Unterbewussten arglos gewesen
wäre. Das kann einfach nicht der Fall gewesen
sein und er war es auch nicht. In einem Land
ständig mit dem Fotoapparat und
Filmgerät rumzulaufen, in dem das Stehenbleiben unter einer
Eisenbahnbrücke
verboten ist, das Fotografieren von Brücken, Bahnhöfen und sonstiger
Ver-
kehrseinrichtungen, sowie staatlicher Gebäude und Einrichtungen im
Grunde genommen zumin-
dest stark verdächtig macht, ganz zu schweigen von der
Ablichtung militärischer Einrichtungen,
die praktisch als Beweis für eine
staatsfeindliche Spionage angesehen wird, kann niemand unbe-
kümmert
fotografieren oder filmen.
Selbst das knipsen verfallender Wohngebäude
ist in solchen Ländern - wie es die DDR war -
streng verpönt. Solche Bilder
könnten in der Presse des Gegners als Beweis für die Unfähig-
keit der
Bauwirtschaft herhalten, Wohnhäuser zu renovieren und instand zu halten oder
zur
Untermauerung der These, dass so etwas gesellschaftspolitisch gewollt und
der Verfall der
alten Bausubstanz Absicht ist, weil man jede Erinnerung an
die Relikte aus der Vorzeit des
stalinistischen Kommunismus und Sozialismus
eliminieren will. Anstelle der stilvollen Altbau-
ten, wurden dann überall
den Geist und die Seele plattmachende Plattenbauten montiert.
Wohlgemerkt
montiert, nicht gebaut. Aber ich schweife ab. Es wäre ein Thema für
einen
Extra-Widerhall und mehr. Übrigens so gesehen ist die DDR gerade noch
rechtzeitig unterge-
gangen. Fast wären tatsächlich die prachtvollen alten
Bürgerhäuser insgesamt verschwunden,
die der letzte Weltkrieg übrig gelassen
hatte. Doch nun endlich zur Seite 42:
****
Kreisdienststelle M e i
s s e n
Meissen, den 28.1.1958
T r e f f b e r i c h
t
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Am 27.1.1958 wurde mit der KP
(Kontaktperson - khh.) Sp....... in der HO-Gaststätte "Zum
goldenen
Schiffchen" (HO = Abkürzung für Handelsorganisation, natürlich eine staatliche
Einrich-
tung - khh) in Meissen um 14 Uhr ein Treff durchgeführt. (Die
Kontaktperson ist dann immer
Gast der Stasi - khh.)
Sie berichtete, dass H
e u b a u m einen Nettoverdienst von 456,-- DM hätte. Weiterhin hätte
er am
13.6.1957 die Kamera Contax mit Belichtungsmesser gekauft (Kleinbildkamera -
khh.).
Am 19.12.1957 kaufte er sich eine AK 8 (8mm-Schmalfilmkamera -
khh.)
Am 17.1.1958 besuchte er das Geschäft und interessierte sich vor allem
für Fotopapier, insbe-
sondere für dessen Haltbarkeit. Einkäufe tätigte er
nicht.
Auf die Frage der KP, was denn die Entwicklungsarbeiten im allgemeinen
machen, erklärte er
er wuerde selbst keine Filme und Bilder entwickeln. Dies
würde für ihn ein guter Bekannter
erledigen. Einen Namen nannte er jedoch
nicht. Der KP ist bekannt , dass er im Jahre 1957
chemische Mittel zur
Herstellung von Bildern und Entwicklung von Filmen gekauft hat.
Auf die Frage
der KP, ob er ihr nicht einmal ein paar schöne Bilder mitbringen könnte,
ging
er sofort ein und versprach es ihr.
Die KP erhielt den Auftrag,
uns sofort zu verständigen, wenn sie im Besitz derselben ist.
Der nächste
Treff findet am Montag, den 3.2.1958, 14 Uhr in der HO-Gaststätte
"Zum
goldenen Schiffchen" statt.
Unterschrift
K.... (Name bekannt -
khh.)
Ltn.
****
Kommentar: Dass ein "Bekannter" für mich
Entwicklungsarbeiten erledigt, hatte ich nur so
dahergesagt. Einen solchen
Bekannten gab es nicht. Aber echt nur so dahergesagt? Oder
führte mich dabei
das Misstrauen, dass in der DDR den Bürger leitete. Misstrauen gegen-
über
Menschen, die man nicht persönlich kennt, die nicht zur Familie gehören. Filme
habe
ich damals nur zum Teil selbst entwickelt, sozusagen bloss um mir zu
beweisen, dass ichs
"zur Not" auch kann. Bilder habe ich der Frau nicht
"mitgebracht", deshalb hat die Dame
später von den Filmen, die ich zur
Entwicklung brachte, gleich Positive für die Stasi
hergestellt und bei einem
Treff übergeben, wie sich auf Seite 50 der Akte offenbart, die
ich im
folgenden wiedergebe. Eigentlich ist Seite 43 dran, aber die fehlt in der Akte.
Aber
auch datumsmässig ist jetzt Seite 50 dran:
****
Meissen,
den 6.2.1958
T r e f f b e r i c h
t
-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
Am 4.2.1958 - 14.oo Uhr (also nicht
am 3.2. wie oben ausgemacht war und auch nicht
in der Gaststätte - khh.)
wurde im Geschäft (Fotokonsum) ein Treff mit der KP
SP.........
durchgeführt.
Sie berichtete, dass am 27.1.1958 H e u b a u m
im Geschäft erschienen war und einen
Film zum entwickeln abgegeben hat. Nach
der Durchsicht stellte sie fest, dass sehr interes-
sante Aufnahmen darauf
waren und sie fertigte für uns je ein Bild an. H e u b a u m hat
nur den
Auftrag erteilt, den Film zu entwickeln - keine Bilder anzufertigen.
Da sehr
viel Besuch bzw. Käufer im Geschäft waren, konnte sie kein persönliches
Gespräch
mit ihm führen.
Auswertung: Die Bilder kommen zur Handakte H
e u b a u m .
Hier ein Foto aus der "Handakte":
Der Gemüsestand auf
dem
Marktplatz von Meissen in 1958.
Eine staatsgefährdende
Aufnahme?
Vielleicht weil es der einzige war?
(Foto Karl-Heinz
Heubaum)
Auftrag:
-----------
Die KP erhielt den Auftrag, sobald H
e u b a u m den Film abholt, mit ihm ein persönliches
Gespräch zu führen, um
festzustellen, ob er selbst die Bilder angefertigt oder wo er sie
anfer-
tigen lässt.
Nächster Treff: 12.2.1958 - 14.oo Uhr im
Geschäft
Unterschrift
K....
Ltn.
================================================
"Der
1952 von der Stasi verhaftete Westdeutsche Horst Hölig
muss nach einem
verlorenen Prozess gegen den DDR-Stasi-
Chef Erich Mielke rund 2250 DM für
dessen Anwälte bezah-
len. - Hölig hatte Mielke auf Schadenersatz und
Schmerzens-
geld in Höhe von 60 000 DM verklagen wollen. Damit
schei-
terte er jedoch sowohl vor dem Landgericht als auch vor
dem
Kammergericht." Meller Kreisblatt
7.1.99.
================================================
Es folgen nun
die Seiten 44 und 45 der Stasi-Akte.
VPKA Meissen (Volkspolizeikreisamt -
khh.)
Abtlg. K - AK 3
Meissen, den 12. 2. 1958
P r o t o k o l
l
---------------------
Betr.: Rückkehrer H e u b a u m , Karl-Heinz
.... .... wohnh. Meissen, Luise-Otto-Str. 1
(es muss natürlich
Louise-Otto-Str. heissen - khh.)
... ... ... Am 12. 12. 55 kam er bei der
Abtlg. PM des VPKA Meissen wieder als Rückkehrer
zur Anmeldung.
Bei
der Überwachungstätigkeit anlässlich der Geldumtauschaktion am 13. Oktober
1957
wurde vom unterzeichnenden Sachbearbeiter festgestellt, dass eine
männliche Person die vor
(Foto: Karl-Heinz Heubaum, 13. Okt. 1957)
der Deutschen
Notenbank in Meissen, Rathenauplatz, in einer Schlange stehenden
Bürger
fotographierte. Daraufhin wurde die männliche Person zwecks
Feststellung der Personalien
der VP.-Dienststelle Meissen, Schlossberg
zugeführt (VP = Volkspolizei, die oben neben der
Albrechtsburg Meissen ihr
Domizil hatte -khh.). Bei der Überprüfung der Person, die im
Beisein eines
Mitarbeiters der MfS (Ministerium für Staatssicherheit -khh.) -
Dienststelle
Meissen erfolgte, wurde festgestellt, dass es sich um den oben
genannten H. handelte. Auf
Anweisung des Mitarbeiters von der MfS
Dienststelle wurde H. nach Verwarnung entlassen.
Am 11. 2. 58, gegen
10,50 Uhr, bemerkte der Torposten des VPKA Meissen, Hafenstr. -
VP.-Hptwm.
Kr..... (Volkspolizei-Hauptwachmeister -khh.), dass eine ihm
unbekannte,
männliche Person das Gebäude des VPKA fotographieren wollte. Vom
Torposten wurde
diese Person sofort dem VPKA und von dort aus später der
Abtlg. K zur Überprüfung zuge-
führt. Bei der Überprüfung der Person durch
die Abteilung K wurde festgestellt, dass es sich
wieder um den genannten H.
handelte. Er gab an, dass er z. Zt. mit seiner Schmalfilmkamera
AK 8 für sich
einen Film von Meissen aufnimmt. Am 11. 2. 57 hätte er bereits den
Sonnen-
aufgang gefilmt. H. hatte nun die Absicht das Gebäude des VPKA wegen
der farbigen Wand-
kacheln zu filmen. Das Gebäude sei eine Sehenswürdigkeit
von Meissen. H. gab an, dass er
vom Gebäude des VPKA noch keine Aufnahmen
gemacht hätte, da er noch ein Fahrzeug
und wie er sich ausdrückte Bewegung
bei der Filmaufnahme haben wollte. Es wurde festge-
stellt, dass H. ausser
der Schmalfilmkamera noch eine Contax-Kleinbildkamera mit
allem
erforderlichen Zubehör in seiner Aktentasche bei sich führte. H. gab
an, dass er nicht gewusst
habe, dass es verboten ist das Gebäude der VPKA zu
fotographieren. Er sei erst vor zwei
Jahren in die DDR von München
zugezogen.
MfS-Dienststelle Meissen wurde sofort von der Zuführung des H.
verständigt und auf
Anweisung dieser Dienststelle wurde er nach einer
Verwarnung wieder nach Hause
entlassen.
Unterschrift
Vö..... Leutnant
d. VP (voller Name bekannt - khh.)
****
Kommentar: Hier wird mehr
als deutlich, wer in der DDR das wahre Sagen hatte. Der
Geheimdienst MfS
konnte Anweisungen an die Polizei geben und gab sie auch. So viel ich
weiss,
ist das den Geheimdiensten der Bundesrepublik so nicht moeglich.
Von
einer Festnahme zu diesem Zeitpunkt wollte das MfS wohl noch nichts wissen.
Das
hätte deren Absicht durchkreuzt, mich weiter beobachten zu können, um an
Beweise
meiner "feindlichen" Tätigkeit und an mögliche "Hintermänner" zu
kommen.
Für die Überwachungsorgane stand fest, es hier mit einem Agenten
zu tun zu haben. Wer
Polizeigebäude eines Polizeistaates knipst, kann nur dem
Feind zuarbeiten, zumal er noch
vorher verwerflicherweise die
Geldumtauschaktion in allen ihren Nuancen an mehreren
Umtauschstellen
abgelichtet hat. Das klingt dann in der Aktennotiz des Ultn. Tsch........
von
Kreisdienststelle Meissen vom 12.2.1958 so:
(Überwachte Geldumtauschaktion in Meissen -
Fotos am 13. Okt.
1957 von Karl-Heinz Heubaum)
"Aus dem gesamten Verhalten des H e u b a u
m war zu entnehmen, dass er umfangreiche
Aufnahmen von dieser Aktion
erreichen wollte um die gesamte Aktion einschätzen zu können.
Was ihm an
diesem Tag als Wertvoll erschien, hielt er im Bild fest." Wirklich
bezeichnend!?!?!?
Dieses und alle "Erkenntnisse" aus den vorangegangenen
Kundschftertätigkeiten führten zu
einem Bericht an die Bezirksverwaltung
Dresden mit der Aufforderung den § 15 des STEG
zur Anwendung zu bringen.
Paragraph 15 lautet:
"Wer Nachrichten, die geeignet sind, die gegen die
Arbeiter-und-Bauern-Macht oder andere
friedliebende Völker gerichtete
Tätigkeit der in § 14 genannten Stellen oder Personen
(die für feindlich
gesinnte Staaten arbeiten - khh.) zu unterstützen, für sie sammelt oder
ihnen
übermittelt, wird mit Zuchthaus bis zu zehn Jahren bestraft."
Hier nun
die Seiten 47, 48 und 49 der Stasi-Akte mit dem erwähnten Bericht. Leider
gibt
es da Wiederholungen und schon Bekanntes, wodurch er langatmig wirkt. Wo
es geht und
nicht sinnentstellend ist, wird
gekürzt:
***
Kreisdienststelle M e i s s e
n
----------------------------------------
Meissen, den 13.2.1958 -
Ku./Fö.
S a c h s t a n d s b e r i c h
t
.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.-.
über das operative
Material H e u b a u m
Ü.-Vg. 54/58
(Nach Angaben zur Person und
den Aufenthaltsorten in Westdeutschland fährt der Text fort:)
Am
12.12.1955 kehrte er in die DDR zurück und gab an, dass er in Westdeutschland
strafrechtlich
verfolgt würde, da er sich angeblich gegen die Aussenpolitik
Adenauers gewandt hätte.
... ... ... ...
H e u b a u m unterhält
zahlreiche Westverbindungen. Durch die Abteilung "M" (M des MfS hatte
die
Kontrolle des Brief-, Paket- und Telegrammverkehrs unter sich - khh.) wurden uns
allein 14
Briefe mit westdeutschen Adressen übersandt. Desweiteren wurde
festgestellt, dass H e u b a u m
des öfteren nach Westberlin fährt. Dies
wurde durch eine Kontaktperson bestätigt, welche im Grund-
stück des H e u b
a u m wohnt. Genaue Termine konnte sie jedoch nicht mehr nennen.
Zuletzt
hielt er sich in Westberlin vom 6.12. bis 10.12.1957 auf. Aus einem
angehaltenen Brief ist ersichtlich,
dass er vermutlich bei einem gewissen
G.B. (Name u. Anschrift bekannt - khh.) sich aufhielt.
Eine Überprüfung
im VEB EWS (Arbeitsstelle - khh.) ergab, dass er an folgenden Sonnabenden
von
seiner Arbeit fern blieb:
23. 2. 1957 - 30. 3. 1957 - 13. 4. 1957
- 4. 5. 1957 -
Es ist zu vermuten, dass H e u b a u m an diesen Tagen in
Westberlin sich aufgehalten hat.
(Es folgt ein von der Gauckbehörde
vollkommen geschwärzter Absatz - khh.)
Durch die bisherige operative
Bearbeitung wurde festgestellt, dass H e u b a u m bewusst Nach-richten
sammelt,
die geeignet sind, das Ansehen der DDR zu schädigen bzw. Aufschluss
über
bestimmte Objekte zu
geben.
=============================================
"Das Landgericht
Hamburg hat dem Magazin SPIEGEL
untersagt, den PDS-Bundestagsgruppenchef
Gregor Gysi
weiterhin als 'IM Notar' der DDR-Staatssicherheit zu
be-
zeichnen." Laut Meller Kreisblatt meinten die Richter, dass
der
SPIEGEL keine ausreichenden Beweise erbracht
habe.
=============================================
Folgende Beweise
sind
vorhanden:
-------------------------------------------------
1.)
Am
13.10.1957 anläßlich der Geldumtauschaktion wurde von dem VP-Offizier Ltn.
Vö..... fest-
gestellt, dass H e u b a u m die vor der deutschen Notenbank
Meissen, Rathenauplatz anste-
hende Schlange von Bürgern fotografierte. Er
wurde zum Zwecke der Personenfeststellung der
VP-Dienststelle zugeführt. Nach
einer Verwarnung wurde er auf unsere Anweisung hin entlassen.
Die im
Anschluss durchgeführte Beobachtung durch den Gen. Ultn. Tsch........ (Name
bekannt -
khh.) ergab, dass er von der VP-Dienststelle seine Wohnung
aufsuchte und anschliessend sich zur
Geldumtauschstelle "Hamburger Hof" begab
und dort wiederum fotografierte. Durch den Gen.
Ultn. Tsch........ wurde
bestätigt, dass H e u b a u m umfangreiche Aufnahmen machte, um die
gesamte
Aktion der Stadt Meissen einschätzen zu können.
2.)
Durch eine
Kontaktperson im Konsum-Fotohaus Meissen wurde festgestellt, dass H e u b a u
m
sich ... ... am 13.6.57 eine Kleinbildkamera Contax mit allem
erforderlichen Zubehör kaufte. Der
Preis betrug ca. 1.ooo DM.
Am
19.12.1957 kaufte er sich die Filmkamera AK 8 (... .... ...) Hinzu kommt, dass
er über einen
grösseren Radioapparat verfügt, eine Reiseschreibmaschine
besitzt er, seine Frau sowie seine drei
Kinder modern gekleidet
gehen.
Aufgrund dieser Angaben ergibt sich der Verdacht, dass H. über
seine Verhältnisse lebt, seine Frau
ist nicht berufstätig.
3.)
Am
3.2.1958 suchte H e u b a u m das Konsum-Fotohaus Meissen auf, um sich einen
Film ent-wickeln zu
lassen. Durch die dort vorhandene Kontaktperson gelangten
wir in den Besitz der
Bilder des zu entwickelnden Filmes. Dabei wurde
festgestellt, dass 3 Aufnahmen von der Hafen-
anlage Meissen gemacht wurden,
2 Aufnahmen mit sowjetischen Soldaten, 1 Aufnahme zeigt ein
Hinterhaus der
Meissner Altstadt, 4 Aufnahmen vermutlich vom VEB-Pumpwerk-Niederwartha
sowie
5 Landschaftsaufnahmen.
4.)
Durch die im Grundstück wohnhafte KP
P...... wurde uns mitgeteilt, dass sie den H e u b a u m
am 14.1.1958 gegen
8.3o Uhr in der Nähe des Hafens angetroffen hat. Am gleichen Vormittag
begab
er sich auf den Boden (unterm Dach - khh.) des Hauses und machte ebenfalls
Aufnahmen.
Nach ihren Angaben hat man von dort aus Einblick in die
Panzerwerkstatt "Imperial" der sowje-
tischen Armee. (Es folgt ein ganzer
Absatz, der von der Gauckbehörde total geschwaerzt wurde -
warum eigentlich?
- khh.)
5.)
Am 11.2.1958 gegen 1o.5o Uhr bemerkte der Torposten des
VPKA Meissen, Hafenstrasse,
VP.-Hptw. K...... (Name bekannt - khh), dass eine
ihm unbekannte männliche Person dass
VPKA Meissen fotografieren wollte. Durch
ihn wurde veranlasst, dass genannte Person der
Abt. K zur Überprüfung
zugeführt wird. Dabei wurde festgestellt, dass es sich wiederum über
den
genannten H e u b a u m handelt. Auf Befragen gab er an, dass er z. Zt. mit
seiner
Schmalfilmkamera AK 8 für sich einen Film von Meissen aufnimmt. Er
hätte die Absicht gehabt,
das Gebäude des VPKA Meissen wegen der farbigen
Wandkacheln zu filmen. Das Gebäude sei
eine Sehenswürdigkeit von Meissen. Er
gab an, dass er vom Gebäude des VPKA noch keine
Aufnahmen gemacht hätte, da
er noch ein Fahrzeug und wie er sich ausdrückte, Bewegung
bei der
Filmaufnahme haben wollte.
--
Seine feindliche Einstellung kommt auch
in seinen nach Westdeutschland gerichteten Briefen zum
Ausdruck.
Am
14.5.1957 schrieb er an einen Gerhard B..... (Name natuerlich bekannt - khh.) in
Westberlin,
dass selbiger für ihn in Westberlin einen Brief postlagernd im
Postamt Berlin-Wilmersdorf aufgeben
soll. Gleichzeitig bat er, diesem Brief
westdeutsche Zeitungen beizulegen. (Weil man als DDR-
Bürger westdeutsche
Zeitungen lesen wollte war man ein Feind. - khh.)
Am 9.11.1957 schrieb er
an einen Fritz K...... (Name bekannt - khh.), Remscheid, (Schwärzung -
khh.),
dass selbiger 1oo,-- Westmark erhalte und diese an den Gerhard B... nach
Westberlin
schicken soll. H e u b a u m wolle sich dort diesen Betrag
persönlich abholen.
Am 23.11.1957 schrieb er an einen G. R. (Name von mir
gekuerzt - khh.), Oberammergau, ...
Er bat selbigen, an den bereits erwähnten
B..... folgende Hetzmaterialien zu schicken:
SOS-Rufe aus den USA, die
Bankierverschwörung von J. Island und Sowjetagenten überall.
H e u b a u m
wollte sich diese Zeitschriften persönlich dort abholen (es waren Bücher -
khh.).
Am 5.1.1958 schrieb er an einen Hans H.... in Nürnberg (Strasse
geschwaerzt und Name von
mir gekürzt - khh.). Im Brief brachte er zum
Ausdruck:
"Ein Leben lang möchten wir nicht noch hier verbringen und wer
kann heute sagen, wann die
Wiedervereinigung kommt. Wir haben in dieser
Beziehung sehr wenig Hoffnung. Meine Kinder
möchte ich auf keinen Fall in die
DDR-Schulen gehen lassen, als Herzkranke kämen sie wieder
heraus. Fast alle
Kinder sind hier herzkrank oder nervös, weil sie in der Schule
überfördert
werden."
Wir sind der Meinung, dass aufgrund des
angeführten Materials der § 15 des STEG erfüllt ist
und H e u b a u m
dementsprechend zur Verantwortung gezogen werden
muss.
Unterschrift
K.... (Name von mir gekürzt -
khh.)
Ltn.
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Kommentar: Bezüglich der Schulkinder würde ich
heute ganz anders formulieren. Ohnehin
vermute ich, dass ich wegen der
eventuellen Briefkontrollen nicht zu drastisch und offen
schreiben wollte.
Tatsache ist, dass wir Eltern schliesslich die sog. "Republikflucht"
vorbe-
reiteten, weil wir u.a. nicht wollten, dass unsere Kinder der
Zweigleisigkeit des DDR-Alltags
ausgeliefert werden. Eine Zweigleisigkeit,
die darin bestand, dass die Kinder in der Schule
nach aussen so tun mussten,
als wäre der Staat - diese DDR - diese sog. Arbeiter-und-
Bauern-Macht mit
seinen ganz offensichtlichen Widersprüchen und Lebenslügen
ein
erstrebenswertes Nonplusultra, während im "Elternhaus" diese
Glorifizierung (Die Partei
hat immer recht!) auf die Wirklichkeit reduziert
wurde. Schon aufgrund des simplen DDR-
Alltags, der jeden Tag die hehren
Sprüche der DDR-Politiker und DDR-Medien als das
entlarvte, was sie waren,
leere Phrasen und hohle Worthülsen. Und endlich wollten wir
unsere Kinder
nicht der Gefahr aussetzen, dass sie gegen die Eltern ausgehorcht werden.
Das
älteste Kind stand kurz vor der Einschulung, also wurde es höchste Zeit mit
dem
Rückzug aus der DDR.
Oben: Die Strasse (heute Hainstr.) mit den
eintönigen
Mietshäusern führt zum Kasernengelände der Roten
Armee mit der
Panzerwerkstatt "Imperial". Heute
rauscht dort der Verkehr von der neuen
Autobrücke
im Norden Meissens durch. Einige Fenster sind be-
flaggt
anlässlich eines DDR-Festtages, deren es et-
liche gab, wie z. B. am 1. März
"Tag der Volksarmee".
Die Begeisterung der Menschen hält sich in
Grenzen,
wie an den wenigen Fahnen zu sehen. Nicht zu ver-
gleichen mit
den Flaggenorgien im "1000jährigen"
Reich. Damals blieb nahezu kein
Wohnungsfenster
ohne Fahne, mehr oder minder freiwillig.
Unteres Foto: Der
Hafen von Meissen um 1957.
Es wird die Tonerde für die Meissner
Porzellan-
Manufaktur angelandet. Im Hintergrund die alte
Elbbrücke:
"Brücke der deutsch-sowjetischen
Freundschaft". Fotos: Karl-Heinz Heubaum, um
1957.
Wie es weitergeht, steht im nächsten WIDERHALL. Fortsetzung
folgt.
Weitere Zeitungsauszüge zum
Thema:
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"...Joachim Gauck hat vor
dem Einsatz ehemaliger
Stasi-Mitarbeiter als sogenannte V-Leute
gewarnt,
wie das beim Berliner Verfassungsschutz der Fall
war. Wer das
tue, 'muss wissen, worauf er sich
einlässt', sagt Gauck. 'Die Stasi hat die
Leute als
Teil ihrer geheimpolizeilichen Strategie der Unter-
drückung
eingesetzt.' Deshalb dürfe man an diese
Frage nicht 'blauäugig' herangehen."
Meller Kreisbl.
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"...Joachim Gauck
hat auf einer Tagung in Dresden
bedauert, dass viele führende Kirchenleute
aus der
ehemaligen DDR, die mit dem
Staatssicherheitsdienst
zusammengearbeitet hatten, bis heute kein
Schuldbe-
wusstsein zeigen. Das sei unverständlich, da den
Tätern kaum
eine Gefahr drohe."
Mell.Kreisbl.15.7.99.
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"Wegen
Zusammenarbeit mit dem DDR-Ministerium
für Staatssicherheit (MfS) ist in der
Thüringer Landes-
kirche erstmals eine ehemaliges Mitglied der
Kirchen-
leitung rechtskräftig verurteilt worden. Nach dem Urteil
der
kirchlichen Disziplinarkammer wurde dem Oberkir-
chenrat im Ruhestand Hans
Schäfer mit Wirkung vom
1.Sept.1998 für die Dauer von fünf Jahren das
Ruhe-
gehalt um 20 Prozent gekürzt, teilte die landeskirchli-
che
Pressestelle ... in Eisenach mit." MK. v.
15.7.99.
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"Stolpe-Ermittlungen
eingestellt. (Staatsanwaltschaft:
Umstände der Verleihung des
DDR-Verdienstordens
nicht zu klären - khh.)
"Wie der Zufall so spielt.
Sieben Jahre hat das Ermitt-
lungsverfahren gegen den brandenburgischen
Regie-
rungschef Stolpe (SPD) im Zusammenhang mit Stasi-
Vorwürfen
gedauert. Sechs Wochen vor der Land-
tagswahl teilt die Staatsanwaltschaft
mit, dass kein
hinreichender Tatverdacht festgestellt werden konnte.
Ein
Schelm, wer Böses dabei denkt...."
(Meller Kreisblatt vom
23.7.1999)
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"Nachforschungen über
Stasi auf Westen ausdehnen".
"Brandenburgs CDU hat gefordert, die
Stasi-Aufklärung
auf das alte Bundesgebiet auszuweiten. Mittlerweile
sei
bekannt, dass bis zu 30 000 Agenten der DDR in West-
deutschland tätig
gewesen seien, erklärte CDU-General-
sekretär Thomas Lunacek am Mittwoch in
Potsdam.
'Nur im Westen nimmt das offenbar niemand zur
Kenntnis.' Lunacek
verwies auf den Fall des Histori-
kers Hubertus Knabe, dem die Gauck-Behörde
die Sach-
gebietsleitung für Stasi-Tätigkeiten im Westen entzogen
hat.
Knabe hatte mangelndes Engagement bei der Unter-
suchung von
Stasi-Aktivitäten im Westen beklagt."
(Meller Kreisblatt
22.7.1999.)
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Ende der
Stasi-Seite des WIDERHALL Nr. 7
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einschl. der Fotos.
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LINKs - Verweise - zu den bisher veroeffentlichten drei Teilen der Stasi-Akte:
Für die Sofort-Nachricht an Homepage-Inhaber: